Ev.-luth. Kirchengemeinde Preetz

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Gruß zum Sonntag -

Gruß zum 16. Sonntag nach Trinitatis am 02. Oktober 2022
von Pastorin Anke Pfeifer

 

zu 5.Mose 8,7-18

Liebe Gemeinde,

es ist schon eine wunderbare Verheißung die wir da eben in der alttestamentlichen Lesung gehört haben. Die Mose zu den Israeliten gesagt hat:

Der Herr dein Gott führt dich in ein gutes Land. Ein Land, darin Bäche und Quellen sind und Wasser in der Tiefe, die aus den Bergen und den Auen fließen, ein Land darin Weizen, Gerste, Weinstöcke und Granatapfel wachsen, ein Land darin es Ölbäume und Honig gibt, ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt, ein Land, in dessen Steinen Eisen ist, wo du Kupfererz aus den Bergen haust.

Das hört sich doch wirklich gut und hoffnungsvoll an! Mose gibt seinen  Zuhörern damals weiter,  was Gott ihnen allen verheißen hat: Das gelobte Land, in dem sprichwörtlich Milch und  Honig fließen, in dem alles, was Menschen zum Leben brauchen sogar im Überfluss vorhanden ist, bis hin zu den damals bekannten und nötigen Bodenschätzen. Ein Land also,  wo alle Menschen satt werden und wo niemand Mangel hat.

Mose sprach damals zu Menschen, die nach der langen Wanderung durch die Wüste ausgelaugt und ziemlich am Ende waren, die vielfältigen Mangel erlebt und durchlitten hatten.    

Denen verheißt er und malt er in Gottes Namen das Bild eines guten, gelobten Landes, wo niemand mehr Mangel erleidet und keiner mehr Hunger hat.

Wir hören das heute in einer Zeit, in der viele von uns durch die Erfahrung geprägt sind, dass eigentlich fast immer alles reichlich da, vieles mehr als genug vorhanden war und ja auch immer noch ist. Man denke nur an die Fülle der Lebensmittel, an Obst und Gemüse, an Brot, Milch oder Milchprodukte, an Fleisch oder Fisch, die uns in den prall gefüllten Regalen der Supermärkte oder auf dem Wochenmarkt immer noch entgegenprangen. So viel ist da!

 Die älteren unter uns, aber auch viele Menschen, die zu uns geflüchtet sind, wissen aus eigener Erfahrung, dass diese Fülle der Lebensmittel   nicht selbstverständlich, sondern tatsächlich hart erarbeitet ist. Dass wir auch der Arbeit der Landwirte, Bauern und Fischer die Fülle dieser Lebensmittel zu verdanken haben.

Aber auch wir Kinder des Wirtschaftswunders und des materiellen Wohlstandes haben inzwischen   begreifen müssen,    dass unser Wohlstand, die Fülle an Lebensmitteln und allen Dingen des täglichen Bedarfs nicht selbstverständlich, sondern    tatsächlich gefährdet ist. Fridays for future legt da völlig zurecht den Finger in die Wunde, dass wir durch den menschengemachten Klimawandel dabei sind, Gottes Schöpfung, unsere schöne Welt und die Grundlagen unsrer Existenz zu zerstören. Die schlimmen Folgen sind unübersehbar. Die schlimme Hungersnot der Menschen      besonders in Afrika, weil die Felder verdorren und nichts mehr wächst und sie schon längst keinen Zugang mehr zu frischem Wasser haben. Die schlimmen Fluten durch den Monsun, die zuletzt in Pakistan alles vernichtet haben.

Dagegen geht es uns hier vergleichsweiserichtig gut. Auch wenn die Folgen des Klimawandels auch uns längst erreicht haben, man denke nur an die große Dürre und Trockenheit und die Waldbrände dieses Sommers oder an die schlimmen Folgen der Fluten im letzten Jahr an der Ahr.

Und nun auch noch der Krieg in der Ukraine mit all seiner Grausamkeit und seiner Menschenverachtung, mit dem ein Diktator und seine Gefolge nicht nur die Menschen in der Ukraine ins Unglück stürzt, sondern auch seine eigenen Landsleute opfert und ums Leben bringt. Sodass auch wir hier plötzlich merken, das Frieden und Freiheit, dass auch eine   Demokratie nicht selbstverständlich, sondern wahrscheinlich   immer gefährdet ist. Dass durch  diesen Krieg die Ressourcen an Öl und Gas begrenzt sind ,so dass viele Menschen sich vor den Folgen dieser Krise ,um Arbeit und  Auskommen und angesichts steigender Preise sorgen und manche vor Sorge   nicht in den Schlaf kommen, weil sie einfach nicht wissen , wie sie ihre Rechnungen noch bezahlen sollen. Die Schlangen vor den Tafeln sind lang und Menschen hungern auch hier, obwohl die Regale in den Supermärkten so voll sind.

Aber auch für unsere Politiker und Politikerinnen ist es nicht einfach, den richtigen Kurs in dieser Krise und vor allem aus dieser Krise zu finden. Dafür zu sorgen, dass alles Menschen   ihr Auskommen haben, dass   der soziale Friede erhalten bleibt und dass   vor allem der Krieg in der Ukraine- aber auch anderswo- beendet wird. Dass es gelingt. Wege zum Frieden zu finden. Dazu brauchen unsere Politiker und Politikerinnen   viel Klugheit und Sachverstand, viel Tatkraft und Energie, viele Gespräche und Verständigung, viel   Finderspitzengefühl und Durchsetzungskraft um Wege zum Frieden zu finden und ihn dann auch zu gehen. Und sie brauchen wohl auch unsere Gebete um Frieden, um Gottes Beistand und Hilfe, um seinen guten und heilenden Geist und seine Kraft gerade dann, wenn wir mit unseren menschlichen Möglichkeiten, Ideen und unsrem Wissen nicht weiter kommen und scheinbar am Ende sind.

Wir haben einen Gott, auf dessen Nähe und Liebe wir uns trotzdem, immer noch und immer wieder trotz allem und in allem verlassen und   auf den wir vertrauen dürfen; in Gesundheit und Krankheit, im Krieg und im Frieden, in Zeiten des Wohlstands und in Zeiten der Not.

Gott ist für uns da, für dich und für mich und für uns alle, um uns immer wieder zur Umkehr und zum Aufbruch, in ein neues und gutes Leben zu führen. Hieran will Mose auch seine Zuhörer damals erinnern. An die Heilserfahrung des alten Israel ,dass Gott sie aus der Knechtschaft und Unterdrückung Ägyptens befreit hat. Dass er sie durch die große und furchtbare Wüste geleitet hat, wo feurige Schlangen und Skorpione waren, wo sie immer wieder in großer Gefahr waren, wo lauter Dürre und kein Wasser war, wo Gott aber immer noch Wege und Möglichkeiten fand, um ihnen zu helfen. Sodass er aus hartem Fels plötzlich Wasser hervorgehen ließ und sie mit Manna gespeist hat, von dem sie vorher noch gar nicht geahnt haben, das es das dort für sie gab.

Mose, liebe Gemeinde, erinnert seine Zuhörer an Gott und an seine Hilfe. Und daran, dass es sein Ziel ist Menschen aus aller Unterdrückung und Not zu befreien und sie in ein gutes und neues Leben zu führen. In ein gutes Land und in ein gutes Leben.                   

Aber Mose ermahnt sie auch darüber Gott, seine Liebe und seine Gebote, die Jesus    in dem Doppeltgebot der Liebe zusammengefasst hat, nicht zu vergessen.

Wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den Herrn deinen Gott loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.

Und ich ergänze :Von dem du gut Leben kannst und leben sollst, das Gott dir gegeben hat , damit du es bebaust und bewahrst, um dann auch gerne und gut von seinen Erträgen   zu leben.

Hüte dich davor, sagt Mose, den Herrn deinen Gott zu vergessen, damit du seine Gebote und Gesetzte hältst, damit du tust was Gott, deinem Nächsten und für dich selbst gut und förderlich ist. Damit euch euer Zusammenleben gelingt, damit ihr im Guten, in Frieden und   in Gerechtigkeit miteinander lebt.

Nach unserem Predigttext ist die Gottvergessenheit der Grund allen Übels. Dass Menschen, wie Putin sich selbst überheben, dass sie Gott und seine Gebote vergessen und missachten, diese immer noch höhere Macht und Instanz vor der sie sich selbst Rechenschaft geben müssen. Darum, sagt unser Predigttext:

Wenn es dir also gut geht, wenn du gegessen hast und du satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst und deine   Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast sich mehrt, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht  überhebt und du den Herrn deinen Gott nicht vergisst. Dass du sagen könntest in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen.

Nichts da, sagt Mose. Auch dann oder gerade dann denk an den Herrn, deinen Gott, denn er ist es, der dir die Kräfte gibt Reichtum zu gewinnen.

Gott also ist es, der uns Menschen die Kraft, den Verstand und die Energie gibt viel Gutes zu schaffen.

Erntedank lehrt uns ja wieder das Danken. Und soll uns auch darin bestärken für das, was wir persönlich immer noch an Schönem und Lebenswertem haben und erleben, dankbar zu sein. Für eine gute Ernte, für das Werden und Wachsen um uns herum, für  diesen wunderbaren inneren Bauplan, mit dem Gott jedes Lebewesen, Menschen, Tiere und Pflanzen geschaffen hat , damit sie werden und wachsen, damit sie aufblühen und Früchte tragen. Dass wir mit der Arbeit unserer Hände, unsres Verstandes und unseres Herzens immer noch viel Gutes erreichen und schaffen können.

Gott, liebe Gemeine, will ja und wünscht sich, dass es uns Menschen gut geht, dass wir in Liebe, in Frieden und   Freundschaft miteinander auskommen und leben und unsere Gaben für uns selbst, füreinander und miteinander einsetzen und nutzen.

 Dafür, das wir tatsächlich zusammen viel Gutes miteinander schaffen ,machen und erreichen können , lasst uns heute dankbar sein, für alles Gute   und alles , was wir zum Leben haben, Nahrung und  Kleidung, ein Dach über dem Kopf , Menschen die mit uns lachen und weinen , Menschen  mit denen wir uns streiten , aber auch wieder vertragen können. Menschen, die auch hier in der Gemeinde zu uns gehören, mit denen wir gemeinsam  in die Zukunft sehen und gehen, um sie dann auch gemeinsam , so gut wir das eben können , nach Gottes Willen zu gestalten.

Gott möge uns dafür Hoffnung, Vertrauen und Zuversicht geben.

Amen

 

P.S. Hier steht der Gruß zum Sonntag als PDF zum Download bereit! 


Grußwort-Archiv


TagesLosungen

Montag, 3. Oktober 2022:

Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: »Was machst du?«
Jesaja 45,9

Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Matthäus 6,9-10
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