Gruß zum Sonntag

Gruß zum 15. Sonntag nach Trinitatis am 12. September 2021

von Pastor Kroglowski

 

 

„Alle eure sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“

 

Liebe Gemeinde,

 Gründe zum Sorgen gibt es immer. Große und Kleine. Die Sorge um die Gesundheit, familiäre Probleme. Das Geld reicht hinten und vorne nicht. Berechtigte Sorgen bestimmen oft genug unser Leben.

Der Bibeltext für den heutigen Sonntag aus Matthäus 6,25-34 hält dagegen. Nicht die alltäglichen Sorgen sollen - wenn es nach Jesus geht - unseren Alltag bestimmen.

Jesus lehrte seine Jünger und sprach: „Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

 Nicht sorgen. Geht das überhaupt – weltfremd? Kleine Kinder kleine Sorgen – große Kinder große Sorgen. Sorge um unsere Familien … das ist doch da. Wir sorgen uns und sichern uns ab. Mit Versicherungen und Sparverträgen – mit Häusern. Wir können gar nicht leben, ohne zu planen, ohne Vorsorge zu treffen. Das alltägliche Zusammenleben, es würde nicht funktionieren ohne Absprachen. Eine Schule ohne Planung, ein Betrieb, eine Kirchengemeinde wie Preetz ohne Kalkulation, eine Stadt wie Preetz ohne gewissenhafte Vorsorge – es wäre unverantwortlich, das reine Chaos.

Doch Jesus sagt nicht: Macht euch in eurem Leben keine Sorgen! Die Frage, um die es geht heißt: Was bestimmt dein Leben – die Sorge oder das Vertrauen? „Wer von euch kann mit seinem Sorgen seine Lebenszeit auch nur um eine Elle verlängern?“, fragt Jesus. Da mag jemand noch so viele Millionen auf dem Konto haben; wer nach Sicherheiten für sein Leben greift, der greift ins Leere. Ein Leben in Sicherheit und ohne Risiko – ein Traum, der nicht aufgeht. Denn unsere Sorge kann nicht halten, was sie verspricht. Sie kann das Leben weder sichern noch auch nur um einen Tag verlängern.

„Schaut auf die Vögel des Himmels, seht die Lilien des Feldes!“, sagt Jesus. Sie tun nichts zur Selbsterhaltung, und dennoch werden sie erhalten. Sie sind wertlos, und dennoch werden sie prachtvoll ausgestattet. Das ist ein Zeichen für einen Gott der Lebensfreude. Unsere Welt, in der wir leben, sie trägt die Handschrift eines Schöpfers, der das Leben liebt. Das ist der große Zusammenhang, der auch unser Leben trägt, erhält und versorgt.

 „Sorgt euch nicht um euer Leben“ – das schafft zunächst eine große Freiheit von Lebensangst. Das Kleine klein und das Große groß bleiben zu lassen und darauf vertrauen, dass da einer ist, der weiß, was mir gut tut. Das ist kein Freibrief für Gleichgültigkeit oder Passivität. Freiheit von dieser Angst heißt durchaus im Getümmel zu stehen, planen, sich einmaischen, Partei ergreifen, aber zugleich wissen, dass Planungen und Auseinandersetzungen nicht das Letzte sind. Die eigenen Leistungen und die Karriere können nur bis zu einem bestimmten Punkt unser Leben tragen. Vom wem wird unser Leben bestimmt? Von der Sorge um das eigene Leben, von der Sicherung der eigenen Interessen – oder von der Sorge um das Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit? Für Jesus ist die Reihenfolge klar: zuerst die Gerechtigkeit für alle, zuerst die Lebensrechte für die Schwachen. Wer diese Sorge ernst nimmt, dem werden die anderen Sorgen leichter.

Euch eine vertrauensvolle Woche, Euer Pastor Lars Kroglowski

 

P.S. Hier steht der Gruß zum Sonntag als PDF zum Download bereit!