Ev.-luth. Kirchengemeinde Preetz

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Gruß zum Sonntag

Gruß zum 15. Sonntag nach Trinitatis am 20. September 2020
von Pastorin Parra

Vorstellung der neuen Konfirmanden im Bezirk Mitte:

Liebe neue Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde,

„Alle Sorgen werft auf Gott, er sorgt für Euch!“ (1. Petr 5,7, Wochenspruch)

Das könnte man so verstehen: „Allein bekommt Ihr doch nichts gebacken, allein seid Ihr nichts. Ihr braucht jemanden, der für Euch sorgt: Gott.“

Aber es nicht so gemeint, dass wir uns ohnmächtig fühlen sollen, als Versager. Wenn Gott uns einlädt, alle Sorgen bei ihm abzulegen, dann auch gerade die, wir könnten nicht gut genug sein, mangelhaft, schwach, uninteressant für andere oder sogar eine Enttäuschung, wir könnten unser Leben verfehlen und es zu nichts bringen.

Wir können uns sagen lassen: „Du musst keine Angst haben! Du bist gut und richtig genau so wie Du bist. Mit Deinen Stärken und Schwächen, Deiner Freude und Trauer. Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.“ (aus dem Lied „Vergiss es nie“ von Paul Janz/Jürgen Werth)

Wir können darum zu Gott sagen: „Ich danke Dir, dass ich wunderbar gemacht bin! Wunderbar sind all deine Werke!“ (Ps 139,14)

Deshalb ist unser Predigttext für heute die Geschichte davon, wie Gott den Menschen und die Welt schuf:

Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; 6aber ein Strom stieg aus der Erde empor und tränkte das ganze Land. 7Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. (1. Mose 2,4b-9.15)

Gott hat alles so gemacht, dass wir haben, was wir zum Leben brauchen: Auf dem Feld, im Garten wächst, was wir essen können, was uns schmeckt und gut tut. Wir finden Schatten und ein Zuhause. Und Gott macht uns selbst so schön, gut und richtig wie die Blumen in ihrer Pracht. Er setzt uns in den Garten, dass wir ihn bebauen und bewahren, weil wir das können, weil wir hier hin gehören. Alles hier ist schön, gut und richtig, auch der Mensch. Gemacht aus der Erde, aus der auch die Pflanzen wachsen, beseelt mit dem Atem Gottes: Wunderbar gemacht!

Das ist gut so und das stimmt auch noch heute für jeden und jede für uns. Wir wissen aber, wie die Geschichte weitergeht. Da kommt eine Schlange und bringt alles durcheinander. Die Menschen wollen sein wie Gott und machen sich gegenseitig vor ihm schlecht, schieben einander die Schuld in die Schuhe daran, dass sie sich von Gott und seiner Schöpfung abgewendet haben und dass ihnen all das Wunderbare nicht genug war.

Plötzlich gibt es viel Grund zur Sorge. Was doch genug für alle war wird nicht mehr gerecht geteilt. Einige gehen leer aus. Die Menschen vergessen, dass sie die Schöpfung bewahren sollen und machen kaputt, was Gott für sie geschaffen hat.

Und trotzdem soll gelten, was unser Wochenspruch verspricht:  Wirf Deine Sorgen ab. Du brauchst sie nicht. Alles ist da, was Du suchst. Du bist reich, egal, ob mit, ob ohne Geld, denn Du kannst leben?

Stimmt das wirklich? Ist es so einfach? Wer kann schon ganz ohne Geld leben? Vielleicht die Vögel unter dem Himmel - aber wir? Wir müssen doch arbeiten, für die Schule lernen, unsere Mitmenschen beeindrucken, um richtig und gut leben zu können, oder?

Naja, wir müssen irgendwie klarkommen im Alltag. Aber wir können das auch: Du kannst leben! Niemand lebt wie Du!

Das heißt: Lass Dir nicht einreden, wie und wer Du sein sollst. Finde es selbst heraus. Bunt und verschieden sind Eure Wappen, die hier an den Fenstern der Logen hängen. So seht Ihr Euch und das, was jeden und jede von Euch besonders und einzigartig macht. Ihr seid wunderbar gemacht.

Und Sie auch! Was wäre auf Ihrem Wappen zu sehen? Das Wappen der Adelsfamilie Brockdorff zum Beispiel zeigt einen fliegenden Fisch. In der Wappenkunde geht man davon aus, dass diese Familie mit einem schnellsegelnden nordischen Seefahrergeschlecht in Verbindung gebracht wurde. Aber ich finde, das könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass jemand über sich hinaus wächst, Dinge schafft, die er oder sie sich gar nicht zugetraut hätte.

Bei den Konfirmandinnen und Konfirmanden sieht man Lieblingstiere und -pflanzen,  Sport und Bewegung spielen eine große Rolle, aber auch Symbole wie Weg, Puzzleteil, Schloss...

Was würden Sie zeichnen?

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, wenn wir uns jetzt auf den gemeinsamen Weg durch die Konfimandenzeit machen, dann dürfen wir das im Vertrauen darauf tun: Gott hat uns alle, jeden und jede in eigener Weise, wunderbar gemacht. So wollen wir uns auch untereinander behandeln: Als Wunderwerke. Wenn wir neugierig aufeinander sind und auf das, was wir von Gott und von der Welt wissen, wenn wir uns gegenseitig davon erzählen, dann wird uns das bewusst machen, wie reich beschenkt wir sind – auf ganz verschiedene Weise. Dann tun sich uns gemeinsam neue Welten auf.

Wir können die Sorge ablegen,  wir müssten uns selbst erfinden und stattdessen selbst entdecken: Ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu, das seid Ihr - jeder und jede für sich -  und gemeinsam könnt Ihr viel bewegen, könnt bebauen und bewahren: Euch einsetzten für Gerechtigkeit und Frieden, für die Umwelt und noch viel mehr. Was genau? Finden wir es gemeinsam heraus!

Eure und Ihre Pastorin Ute Parra

 

P.S. Hier steht der Gruß zum Sonntag als PDF zum Download bereit!

 


>Live-Mitschnitt der Marktmusik vom 29.08.2020

>Live-Mitschnitt der Marktmusik vom 15.08.2020

>Live-Mitschnitt der Marktmusik vom 08.08.2020

>Live-Mitschnitt der Marktmusik vom 25.07.2020

>Live-Mitschnitt der Marktmusik vom 20.06.2020

>Live-Mitschnitt der Marktmusik vom 06.06.2020

>Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Rogate) "Vater unser im Himmelreich (EG 344)

>Orgelvideo von Julian Mallek mit "Vater unser im Himmelreich" von G. Böhm

>Orgelvideo von Julian Mallek mit "Christ ist erstanden" von J. S. Bach

>Orgelvideo von Julian Mallek mit "In dir ist Freude" EG 398 aus dem Orgelbüchlein von J. S. Bach.

>Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Quasimodogeniti) "Mit Freuden zart" EG 108

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>Orgelvideo von Julian Mallek mit Praeludium und Fuge a-Moll von J. S. Bach

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>Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Lätare) "Korn, das in die Erde" (EG 98)

 

 

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