Ev.-luth. Kirchengemeinde Preetz

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Gruß zum Sonntag

4. Sonntag nach Trinitatis am 04.07.2020
von Pastorin Glatthor

„Schritte wagen im Vertrauen, dass letztlich er mich trägt“

(„Schritte wagen“ von Clemens Bittlinger)

 

Liebe Gemeinde,

Aufbruch. Umbruch. Wandel. Veränderung. In der Gesellschaft oder bei mir persönlich. Mut und Vorfreude oder Angst und Verunsicherung? Vertrautes, dass Sicherheit gibt verlassen und unbekannt Neues entdecken? Schritte wagen – von mir alleine aus oder aufgrund eines Auftrags.

In der Bibel gibt es viele Weg-Geschichten. Viele Geschichten, in denen Menschen solch ein Wagnis eingegangen sind. Abraham wurde beispielsweise von Gott aufgefordert zu gehen. Sein Vaterland, seine Verwandtschaft sollte er verlassen und in das von Gott vorhergesagte Land ziehen. Oder Mose. Er zieht durch die Wüste, ist schwierigen Situationen ausgesetzt. Im Aufbruch leben, Neues entdecken, das kann spannend und aufregend sein. Oft werden wir jedoch nicht gefragt, ob wir aufbrechen wollen – manchmal passiert es einfach so. Dann kann es sich wie ein Abbruch anfühlen, verbunden mit Trauer und Schmerzen. Schritte wagen – mutig mit Vorfreude oder unsicher verängstigt.

Die Sommerferien haben begonnen. Mit ihnen endet für manche Kinder die Kindergartenzeit. „Wir machen uns auf den Weg – bleib du uns auf den Fersen Gott“ – haben die zukünftigen Schulkinder unserer Kita im Abschiedsgottesdienst gesungen. Sie machen sich auf den Weg, kennen die Grundschule, die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Klasse mitunter noch nicht. Alles wird neu sein. Andere Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr ihren Abschluss geschafft. Auch für sie endet ein Lebensabschnitt. Sie verlassen nun das Bekannte, dass ihnen Sicherheit gab. Für einen neuen Weg, eine neue Richtung müssen sie sich jetzt entscheiden. Verbunden mit ambivalenten Gefühlen. Schritte wagen - Altes verlassen und Neues entdecken.

Im Lied des Pastors und Musikers Clemens Bittlinger „Schritte Wagen“ heißt es im Refrain „Schritte wagen im Vertrauen“. Schritte wagen zu gehen, ob bekannt oder unbekannt, bedeutet auch sich zu trauen, sich etwas zuzutrauen und zu vertrauen. Manchmal ist man gezwungen andere Wege zu gehen, als eigentlich geplant. Plötzliche Veränderungen im Leben können solch ein Anlass sein. Die Corona-Pandemie hat uns in den vergangenen Wochen gezeigt, dass wir in vielen Bereichen neue und andere Wege gehen müssen und auch können. Mut und Zutrauen verlangt es uns ab, kostet Kraft. Doch oftmals lohnt es sich, dass auszuhalten um ans Ziel zu kommen. Wie das „Ziel“ dann aussieht, weiß man oftmals vorher nicht. Doch muss man die Schritte wagen zu gehen, um es herauszufinden. Schritte wagen – mit Zutrauen und im Vertrauen.

Nach einem Streit einen Schritt auf Jemanden zuzugehen fällt schwer. Nach der Diagnose einer Krankheit kann das Gefühl überwiegen, das eigene Leben bliebe stehen. Auch wenn das Geschehen um einen herum weitergeht, die eigenen Füße bleiben wie gelähmt am Boden haften. Für einen Schritt nach vorne fehlt Kraft. Schritte wagen – unmöglich zu schaffen.

 Schritte wagen zu gehen. Ob es unmöglich erscheint oder nur ein Stolpern ist. Im Alltag unseres Lebens, im Wandel, der dazugehört wie das Ende der Schulzeit oder in plötzlichen, unvorhergesehenen Situationen – bei dem Wagnis Schritte zu gehen, sind wir nicht alleine. Wir können darauf vertrauen, dass Gott uns begleitet. Auch wenn mal das Gefühl überwiegt, Abschnitte alleine gehen zu müssen – besonders dann können wir darauf vertrauen, dass Gott mitgeht. Uns vielleicht sogar trägt, wie es in dem Gedicht von Margaret Fishback Powers heißt: „Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen“. Gott kennt unsere Vorfreude, weiß um unsere Ängste und trägt unsere Sorgen mit. Gott begleitet uns, wenn wir stolpern, wenn wir laufen, wenn wir einen Schritt zurückgehen oder wenn wir stehenbleiben. Wohin wir kommen, wenn wir gehen und wie es sein wird, können wir vorher oft nicht wissen. Doch auf Gottes Begleitung können wir vertrauen. Gott ist das Vertraute auf neuen, unbekannten Wegen und Gott ist das Vertraute auf Wegen, die nicht zu bewältigen sind. Das kann uns Halt und Kraft in ausweglosen Situationen geben, sowie Mut und Zutrauen schenken, um Wagnisse einzugehen. Schritte wagen – im Vertrauen, dass letztlich er mich trägt.

Amen.

 

P.S. Hier steht der Gruß zum Sonntag als PDF zum Download bereit!

 

 

>Live-Mitschnitt der Marktmusik vom 20.06.2020

>Live-Mitschnitt der Marktmusik vom 06.06.2020

>Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Rogate) "Vater unser im Himmelreich (EG 344)

>Orgelvideo von Julian Mallek mit "Vater unser im Himmelreich" von G. Böhm

>Orgelvideo von Julian Mallek mit "Christ ist erstanden" von J. S. Bach

>Orgelvideo von Julian Mallek mit "In dir ist Freude" EG 398 aus dem Orgelbüchlein von J. S. Bach.

>Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Quasimodogeniti) "Mit Freuden zart" EG 108

>Orgelvideo von Julian Mallek mit "Dic nobis Maria" von H. Scheidemann

>Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Karfreitag) "O Haupt voll Blut und Wunden" (EG 85)

>Orgelvideo von Julian Mallek mit Praeludium und Fuge a-Moll von J. S. Bach

>Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Judika) "O Mensch, bewein dein Sünde groß" (EG 76)

>Orgelvideo von Julian Mallek zum Wochenlied (Lätare) "Korn, das in die Erde" (EG 98)

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Sonntag, 5. Juli 2020:

Freut euch und seid fröhlich im HERRN, eurem Gott.
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