Ev.-Luth. Kirchengemeinde Preetz
von Nordelbien zur Nordkirche

Losung für Sonntag ,
24.06.2018
4. Sonntag nach Trinitatis

Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!
Daniel 2,20

/Johannes der Täufer sprach:/ Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.
Johannes 3,27

Konfirmanden


Erfahrungsbericht über mein einjähriges Konfirmandenmodell

von Pastor Gerhard Pfau

 

Im Rückblick auf das von mir in meiner vorherigen Gemeinde durchgeführte einjährige Konfirmandenmodell muss ich sagen: es war ein voller Erfolg. Sowohl die KonfirmandInnen als auch die Eltern haben mir dieses im Nachhinein bestätigt. Und auch wir, das Team (Pastor, Diakon und drei ehrenamtliche Mitarbeitende) waren uns darin einig.

 

Bisher fand auch bei uns der Konfirmandenunterricht einmal in der Woche statt (jeweils eine Zeitstunde, Vor- und Hauptkonfirmanden). Unser neues Modell sah jetzt vor, die Kinder im Schnitt ein- bis zweimal pro Monat jeweils an einem Samstag entweder von 10:00 bis 12:30 Uhr oder von 10:00 bis 15:00 Uhr zu unterrichten.

Wir konnten schnell feststellen, dass die Kinder generell sehr viel ausgeruhter zum Unterricht kamen. Hatten sie sonst bereits einen meist anstrengenden Schulalltag hinter sich und nicht selten ihre Hausaufgaben noch vor sich, so konnten wir beobachten, dass der Druck der Schulwoche an den Samstagen kaum eine Rolle spielte. So wurde konzentriertes Arbeiten deutlich erleichtert.

 

Sehr positiv wirkte sich auch die längere Zeitspanne aus, die uns jeweils zur Verfügung stand. Dadurch erhielten wir mehr Möglichkeiten, am Thema „dran“ zu bleiben. Plötzlich eröffneten sich neue Arbeitsformen. Die Gruppenarbeit wurde so beispielsweise erleichtert. Spielerische Elemente gewannen Raum. Auflockerungen wurden leichter möglich.

Insbesondere der Tagesblock (10:00 bis 15:00 Uhr) eröffnete uns Chancen, die Kinder auch in anderen Zusammenhängen zu erleben, und die Kinder uns als Team ebenso. Das gemeinsame Essen wurde für uns zu einem wichtigen Baustein, weil durch andere Gesprächsthemen am Essenstisch oder danach sich ein vertieftes gegenseitiges Wahrnehmen einstellte. Dass Eltern sich spontan bereit erklärten, für das Essen der Gruppe zu sorgen, hat uns zusätzlich gefreut.

Es lässt sich aus meiner Sicht generell sagen, dass der größere zusammenhängende Zeitumfang sich für die einzelnen Themen sehr wohltuend sowohl auf das inhaltliche Arbeiten als auch auf die Kommunikation untereinander ausgewirkt hat.

 

Im Zentrum unseres Modells stand eine mehrtägige Konfirmandenfahrt in den Herbstferien (zukünftig Sommerferien!). 4 Themen wurden in dieser Woche besprochen. Dazu unternahmen wir Exkursionen. Ich kann sagen, dass wir spätestens auf dieser Fahrt zu einer echten Gruppe zusammen geschweißt wurden. Das intensive Arbeiten, die Exkursionen, die Gespräche am Essenstisch oder zwischendurch, das gemeinsame Spielen und Feiern haben eine wirkliche Gemeinschaft entstehen lassen, die sich auch nachhaltig positiv auf die restliche Konfirmandenzeit und darüber hinaus (Jugendgruppe) ausgewirkt hat. Erträge aus dieser Konfirmandenfahrt flossen ein in unseren Vorstellungsgottesdienst.

Die morgendlichen Andachten unter Mitwirkung der Kinder waren uns wichtig. Sie gaben dem Einstieg in den Tag eine Struktur. Gebete zu den Mahlzeiten wurden ebenfalls von den Kindern übernommen.

 

Wir haben von Seiten des Kirchenvorstandes 26 Gottesdienstbesuche für die Konfirmandenzeit verbindlich festgelegt (zukünftig für Preetz 20 Gottesdienste!). Diese Anzahl stellt bei einem einjährigen Modell eine gewisse Herausforderung dar. Entzerrt haben wir das dadurch, dass wir den KonfirmandInnen nach unserem „Erstkontakt“ mit ihnen im Herbst ihre Gottesdienstbesuche bereits anrechneten.

Diese erste Kontaktaufnahme hat sich aus unserer Sicht als wichtig und sinnvoll herausgestellt. Die Kinder lernen sich und uns als Team schon einmal vorab kennen. Zu besonderen gemeindlichen Veranstaltungen werden sie und ihre Eltern von da ab gesondert eingeladen.

Diese erste Begegnung war verbunden mit einem Abendessen und dem anschließenden Elternabend, auf dem wir noch einmal ausführlich grundlegende Informationen über die Konfirmandenzeit weiter gaben. Wichtig ist, dass die Eltern sehr frühzeitig über die Terminplanung in Kenntnis gesetzt werden.

 

Unsere anfänglichen Befürchtungen, der Samstag sei generell kein guter Tag für den Konfirmandenunterricht, da auf dem Wochenende bei vielen bereits Termine liegen würden, haben sich nicht bestätigt. Wir haben von Anfang an den Eltern klar gemacht, dass in diesem Jahr der Unterricht Vorrang vor allem anderen hat. So musste der Reitunterricht oder das Fußballturnier dem Konfirmandenunterricht weichen. Rückblickend kann ich sagen, dass das insgesamt sehr gut geklappt hat. Manche Eltern waren regelrecht froh, dass in der sonst schon übervollen Woche nicht auch noch für 2 Jahre der Konfirmandenunterricht statt findet.

 

Ausgangspunkt unserer Überlegungen, unser Konfirmandenmodell neu auszurichten, waren u.a. seinerzeit der Umstand, dass die Schulen auch in Niedersachsen nach und nach auf den Ganztagesbetrieb umstellten und es so für uns als Kirche immer schwieriger wurde, den Konfirmandenunterricht in der Woche noch sinnvoll unter zu bringen. Dass unser Modell nur eine der möglichen Antworten auf diesen Umstand war, versteht sich von selber. 

 

Uns als Team haben die ausnahmslos positiven Rückmeldungen der KonfirmandInnen und deren Eltern sehr gefreut. Und auch wir haben durch die Umstellung auf das neue Modell einen neuen Motivationsschub erhalten.

 

Uns ist bewusst, dass der Glaube nicht gelehrt werden kann. Wir haben versucht, die Kinder einzuladen, mit ihnen gemeinsam zu fragen aber auch zu entdecken, was die Botschaft von Jesus Christus für uns heute bedeutet. Dabei sollen die Kinder mit dem Leben und den Inhalten der Kirche vertraut gemacht werden. Dazu gehören, Erfahrungen des Glaubens zu vermitteln, Inhalte des Glaubens zu erschließen und Heimat zu finden in der Gemeinde. Unser neues Konfirmandenmodell hat uns bei dieser „Entdeckungsreise“ sehr geholfen.

 

Erfahrungsbericht über mein einjähriges Konfirmandenmodell

von Pastor Gerhard Pfau

 

Im Rückblick auf das von mir in meiner vorherigen Gemeinde durchgeführte einjährige Konfirmandenmodell muss ich sagen: es war ein voller Erfolg. Sowohl die KonfirmandInnen als auch die Eltern haben mir dieses im Nachhinein bestätigt. Und auch wir, das Team (Pastor, Diakon und drei ehrenamtliche Mitarbeitende) waren uns darin einig.

 

Bisher fand auch bei uns der Konfirmandenunterricht einmal in der Woche statt (jeweils eine Zeitstunde, Vor- und Hauptkonfirmanden). Unser neues Modell sah jetzt vor, die Kinder im Schnitt ein- bis zweimal pro Monat jeweils an einem Samstag entweder von 10:00 bis 12:30 Uhr oder von 10:00 bis 15:00 Uhr zu unterrichten.

Wir konnten schnell feststellen, dass die Kinder generell sehr viel ausgeruhter zum Unterricht kamen. Hatten sie sonst bereits einen meist anstrengenden Schulalltag hinter sich und nicht selten ihre Hausaufgaben noch vor sich, so konnten wir beobachten, dass der Druck der Schulwoche an den Samstagen kaum eine Rolle spielte. So wurde konzentriertes Arbeiten deutlich erleichtert.

 

Sehr positiv wirkte sich auch die längere Zeitspanne aus, die uns jeweils zur Verfügung stand. Dadurch erhielten wir mehr Möglichkeiten, am Thema „dran“ zu bleiben. Plötzlich eröffneten sich neue Arbeitsformen. Die Gruppenarbeit wurde so beispielsweise erleichtert. Spielerische Elemente gewannen Raum. Auflockerungen wurden leichter möglich.

Insbesondere der Tagesblock (10:00 bis 15:00 Uhr) eröffnete uns Chancen, die Kinder auch in anderen Zusammenhängen zu erleben, und die Kinder uns als Team ebenso. Das gemeinsame Essen wurde für uns zu einem wichtigen Baustein, weil durch andere Gesprächsthemen am Essenstisch oder danach sich ein vertieftes gegenseitiges Wahrnehmen einstellte. Dass Eltern sich spontan bereit erklärten, für das Essen der Gruppe zu sorgen, hat uns zusätzlich gefreut.

Es lässt sich aus meiner Sicht generell sagen, dass der größere zusammenhängende Zeitumfang sich für die einzelnen Themen sehr wohltuend sowohl auf das inhaltliche Arbeiten als auch auf die Kommunikation untereinander ausgewirkt hat.

 

Im Zentrum unseres Modells stand eine mehrtägige Konfirmandenfahrt in den Herbstferien (zukünftig Sommerferien!). 4 Themen wurden in dieser Woche besprochen. Dazu unternahmen wir Exkursionen. Ich kann sagen, dass wir spätestens auf dieser Fahrt zu einer echten Gruppe zusammen geschweißt wurden. Das intensive Arbeiten, die Exkursionen, die Gespräche am Essenstisch oder zwischendurch, das gemeinsame Spielen und Feiern haben eine wirkliche Gemeinschaft entstehen lassen, die sich auch nachhaltig positiv auf die restliche Konfirmandenzeit und darüber hinaus (Jugendgruppe) ausgewirkt hat. Erträge aus dieser Konfirmandenfahrt flossen ein in unseren Vorstellungsgottesdienst.

Die morgendlichen Andachten unter Mitwirkung der Kinder waren uns wichtig. Sie gaben dem Einstieg in den Tag eine Struktur. Gebete zu den Mahlzeiten wurden ebenfalls von den Kindern übernommen.

 

Wir haben von Seiten des Kirchenvorstandes 26 Gottesdienstbesuche für die Konfirmandenzeit verbindlich festgelegt (zukünftig für Preetz 20 Gottesdienste!). Diese Anzahl stellt bei einem einjährigen Modell eine gewisse Herausforderung dar. Entzerrt haben wir das dadurch, dass wir den KonfirmandInnen nach unserem „Erstkontakt“ mit ihnen im Herbst ihre Gottesdienstbesuche bereits anrechneten.

Diese erste Kontaktaufnahme hat sich aus unserer Sicht als wichtig und sinnvoll herausgestellt. Die Kinder lernen sich und uns als Team schon einmal vorab kennen. Zu besonderen gemeindlichen Veranstaltungen werden sie und ihre Eltern von da ab gesondert eingeladen.

Diese erste Begegnung war verbunden mit einem Abendessen und dem anschließenden Elternabend, auf dem wir noch einmal ausführlich grundlegende Informationen über die Konfirmandenzeit weiter gaben. Wichtig ist, dass die Eltern sehr frühzeitig über die Terminplanung in Kenntnis gesetzt werden.

 

Unsere anfänglichen Befürchtungen, der Samstag sei generell kein guter Tag für den Konfirmandenunterricht, da auf dem Wochenende bei vielen bereits Termine liegen würden, haben sich nicht bestätigt. Wir haben von Anfang an den Eltern klar gemacht, dass in diesem Jahr der Unterricht Vorrang vor allem anderen hat. So musste der Reitunterricht oder das Fußballturnier dem Konfirmandenunterricht weichen. Rückblickend kann ich sagen, dass das insgesamt sehr gut geklappt hat. Manche Eltern waren regelrecht froh, dass in der sonst schon übervollen Woche nicht auch noch für 2 Jahre der Konfirmandenunterricht statt findet.

 

Ausgangspunkt unserer Überlegungen, unser Konfirmandenmodell neu auszurichten, waren u.a. seinerzeit der Umstand, dass die Schulen auch in Niedersachsen nach und nach auf den Ganztagesbetrieb umstellten und es so für uns als Kirche immer schwieriger wurde, den Konfirmandenunterricht in der Woche noch sinnvoll unter zu bringen. Dass unser Modell nur eine der möglichen Antworten auf diesen Umstand war, versteht sich von selber. 

 

Uns als Team haben die ausnahmslos positiven Rückmeldungen der KonfirmandInnen und deren Eltern sehr gefreut. Und auch wir haben durch die Umstellung auf das neue Modell einen neuen Motivationsschub erhalten.

 

Uns ist bewusst, dass der Glaube nicht gelehrt werden kann. Wir haben versucht, die Kinder einzuladen, mit ihnen gemeinsam zu fragen aber auch zu entdecken, was die Botschaft von Jesus Christus für uns heute bedeutet. Dabei sollen die Kinder mit dem Leben und den Inhalten der Kirche vertraut gemacht werden. Dazu gehören, Erfahrungen des Glaubens zu vermitteln, Inhalte des Glaubens zu erschließen und Heimat zu finden in der Gemeinde. Unser neues Konfirmandenmodell hat uns bei dieser „Entdeckungsreise“ sehr geholfen.