Ev.-Luth. Kirchengemeinde Preetz
von Nordelbien zur Nordkirche

Losung für Sonntag ,
23.09.2018
17. Sonntag nach Trinitatis

Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
Jeremia 31,34

/Johannes schreibt:/ Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.
1.Johannes 2,1

Gottesdienst u. Co

 

Kommende Gottesdienste


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Aus dem aktuellen Gemeindebrief: Auf ein geistliches Wort

Probst Erich FählingHeute schon reformiert?

Erinnern Sie sich? 31. Oktober 2017 – 500 Jahre Reformation. Schön und farbenfroh haben wir im vergangenen Jahr in der Stadtkirche gefeiert; und vor allem ökumenisch mit Partnerinnen und Partnern, die auf ihre eigene Art glauben. Es war ein wunderbares Fest mit Ausstrahlung. Und Vielen war der Ausblick dieses Festgottesdienstes wichtig: „Wir haben genug  von Trennung, genug von Unterschieden zwischen den Konfessionen. Genug von Kirchenspaltung, genug von getrennten Tische beim Abendmahl, genug von Rechthaberei um die stimmigere Lehre.“ Überall im Land waren die Kirchen an diesem Tag voll.
Trotzdem ist die Umsetzung dieses Aufbruchsgedankens anspruchsvoll. Wer Freiheit erobern will, muss Bekanntes und Liebgewonnenes loslassen. Wer losgeht, hat nicht jeden Tag Sonnenschein, sondern auch Herbststurm und kalten Winter.
Und doch finde ich den Urgedanken der Reformation unbezähmbar gut. Frei sein, weil Gott frei macht. Unabhängig sein, weil Gott Sicherheit schenkt. Ich wünsche mir, dass wir als Kirche mit dieser Botschaft Menschen neu erreichen; dass wir Mut machen, Fragen zu stellen – auch unbequeme; Zweifel zu äußern. Ich glaube, dass unabhängig von Mitgliedschaft, Kirchensteuerzahlung und Gottesdienstbesuch ganz viele Menschen Lust und Bedarf haben, mit anderen Menschen über das, was man glauben kann, ins Gespräch zu kommen.
Ich glaube, dass Kirche auch außerhalb ihrer Mauern und unabhängig von ihren alten Traditionen gebraucht wird, um Menschen Rat und Hilfe zu geben. Ich glaube, dass Menschen Gott brauchen. Der Zustand unserer Welt – politisch, menschlich, gesellschaftlich – schreit danach, dass Menschen sich verbünden, um der Zukunft ein lebensfreundliches Gesicht zu schenken. Dazu braucht die Welt den Glauben an Gott. Dazu braucht Gott die Fragen, Kritik und Zweifel der Welt. Die Kirchen müssen dazu den Raum geben und dafür sozusagen ihre Mauern durchlässig machen in beide Richtungen. Wir halten die Chance auf diese Durchlässigkeit in den eigenen Händen.
Kirchen werden sich in Zukunft verstärkt öffnen, um Menschen anders als gewohnt anzusprechen und einzubinden. Menschen können sich in Zukunft neu klar machen, dass das Leben aus eigener Kraft allein nicht zu gestalten ist.
Es ist an der Zeit aufzubrechen, neu anzufangen - zu reformieren.

Herzlich

Erich Faehling, Propst