Ev.-Luth. Kirchengemeinde Preetz
von Nordelbien zur Nordkirche

Losung für Freitag ,
27.04.2018

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
Psalm 103,2

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.
Epheser 1,3

Gottesdienst u. Co

 

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Aus dem aktuellen Gemeindebrief: Auf ein geistliches Wort

Dietmar SprungLiebe Gemeindebriefleser,

(D. Sprung) Ein wenig komme ich mir vor wie der Erzähler in Erich Kästners Buch „Das fliegende Klassenzimmer“. Mitten im Sommer will er eine Weihnachtserzählung schreiben. So sitze ich nun kurz vor dem Beginn der Passionszeit hier und möchte von Ostern erzählen. Aber die Passionszeit ist mir näher, nicht nur zeitlich – auch inhaltlich.

Krieg und Terror, Anschläge auf Flüchtlingsheime und Abschiebung, sie stehen mir vor Augen. Leiden... Passion, das ist es, was den Augenblick bestimmt, dazu graues, unwirtliches Wetter, eine Zeit, in der ich mich zurückziehen möchte, nichts mehr sehen, nichts mehr hören von all der Dunkelheit der Welt. Wie soll ich von Ostern schreiben, von einer Zeit grünender Landschaften, blühender Blumen und Bäume, beginnendem Frühling, wärmenden Sonnenstrahlen und vom neu erwachendem Leben? Lieber schriebe ich doch von der Furcht der Jünger, die sie ergriffen hatte, als ihr Herr gefangen genommen wurde. Lieber schriebe ich von Trauer, Tod und Verzweiflung.

Vielleicht könnte ich gerade noch mit Maria v. Magdala den Weg hin zu dem Grab wagen, so wie es im Johannesevangelium berichtet wird, um dort ein paar Blumen für den Gekreuzigten abzulegen und dann zurückkehren und der Trauer und der Niedergeschlagenheit Raum geben. Sie hatte sich ganz dem Tod hingegeben, war dem Leben gegenüber verschlossen. Kein Wort, kein Anblick konnte sie davon abhalten. Der Tod hatte sich ihrer bemächtigt. Doch spricht sie plötzlich jemand an. Sie hört wohl die Stimme, für die Botschaft aber ist sie verschlossen. Sie ist nur auf das gerichtet, was sie verloren hatte. Der, den sie geliebt hatte, ist tot, so glaubt sie. Da kommt er selbst, spricht sie an, aber sie kann den Lebenden nicht erkennen, weil sie auf den Tod fixiert ist. Sie kann nicht offen sein für das Leben. Da spricht er sie an. „ Maria“, so spricht nur einer. So zärtlich, so fürsorglich, so behutsam nennt nur einer ihren Namen. Aber ihre Augen waren auf den Tod gerichtet, auf die Vergänglichkeit, waren verschleiert von den Tränen der Trauer, so dass sie nichts anderes wahrnehmen konnte, als das, was sie bewegte. Und dann diese Worte: „Maria“. „Rabbuni“. Ihr Herz ging auf, sie hat denjenigen als Lebenden erfahren, den sie tot geglaubt hatte: den Herrn. Auf einmal war für Maria Ostern geworden. Sie hatte das Leben neu entdeckt, hatte Möglichkeiten gefunden, Altes hinter sich zu lassen, sich neu zu orientieren, mit dem, den sie so sehr liebte im Herzen. Ja, er war nicht mehr der, den sie vor der Kreuzigung gekannte hatte, aber er war bei ihr, öffnete ihr Tore zum Leben, um es ganz neu zu entdecken. Sie brauchte sich nicht dem Tod zu ergeben, denn sie hatte erfahren, dass das Leben siegt, auch wenn sie es noch nicht glauben konnte, auch wenn sie sich so sehr am Alten festhalten wollte.

Ostern ist der Sieg des Lebens über den Tod, das hat sie erfahren. Und sie kann es weitersagen. Aus der Kraft dieser Erfahrung kann sie sich dem Leben zuwenden, für das Leben eintreten, für es tätig werden. Im Vertrauen darauf, dass nach jeder Nacht ein neuer Tag folgt, dass die Sonne immer wieder aufgeht, dass nach einem Winter, sei er auch noch so hart, der Frühling neues Leben hervorbringt. Sie muss sich nicht mit dem Tod und den vielen Toten, die es in der Welt gibt, abfinden, sondern kann da gegen an glauben, hoffen und lieben. Ostern, Auferstehung, neues Leben kann beginnen. Wir dürfen teilhaben und mitarbeiten an der Auferstehungstat Gottes. Wer sich mit der Welt abfindet, wie sie ist, hat Ostern noch nicht verstanden. Ostern, das meint doch kreativ, fröhlich , phantasievoll, mit allen anderen Menschen in bunter Vielfalt für das Leben Partei zu ergreifen, um den zu loben, der den Tod überwandt und uns in Anspruch nehmen will, um sein Werk auf dieser Erde weiterzuführen.

Herzlichst Ihr Dietmar Sprung